Vorbereitung, Desinfektion und Punktion meines PTFE Shunts (Core-Tex Loop)

Wie schon mehrfach erwähnt, ist meine Lebensader aus Kunstoff. In den 70igern wurde ich häufig an meinen nativen Gefäßen operiert, dass mein natürliches Gefäßsubstrat schon lange Jahre verbraucht ist. Glücklicherweise konnte mir Prof. Dr. Brittinger immer wieder eine laufende Lebensader aus Kunststoff (PTFE) bauen.
Die Vorbereitung, Desinfektion und Punktion eines PTFE's bedarf höchster Sorgfalt und Konzentration. Vor der Punktion reinige ich meinen Shuntarm mit Wasser und Seife. Anschließend massiere ich mir gegen die Punktionsschmerzen Emla Salbe oder Xylocain Gel/Tinktur auf die Einstichstellen ein.

Vorbereitung

1. Ich lege eine sterile Unterlage auf den Beistelltisch, da ich die Desinfektion meines Shuntpunktierbereichs auf dem Beistelltisch durchführe. Die Punktion später wird dann von meiner Frau ausgeführt, wenn ich auf meinem Bett liege.

2. Zum Befestigen der Punktionsnadeln bereite ich Klebepflaster vor. Ich habe die Angewohnheit meinen Arm während der Dialyse zu bewegen. Aus diesem Grund reiße ich 7 kurze Streifen Papierpflaster Micropore (ca. 10 x 2,5cm), 2 lange Streifen Papierpflaster Micropore (ca. 13x2,5cm und 2 Plastikpflaster Transpore (ca. 13x 2,5cm) ab und klebe es an den Rand des Dialysebeistelltisches.

3. Ich nehem die Punktionsdialysekanüle aus der Verpackung.

4. Dann nehme ich 2 Sterile Tupfer zum Abdecken der Nadelspitze aus der Verpackung und lege diese ebenfalls auf die sterile Unterlage.

5. Ich packe sterile Handschuhe für den Punkteur (meine Frau) aus und lege sie bereit.

6. Weiter hin lege ich zwei Mundschutz bereit.

7. nwhmw sterile Kompresse aus der Packimg.

8. 5 sterile Tupfer zum desinfizieren der Punktionsstellen/umgebung packe ich noch aus.

Nun ist alles hergerichtet und die Desinfektions der Punktionsstellen und Umgebung kann beginnen.

Desinfektion

1. Mit Braunol oder Betaisadona Tinktur benetze ich großzügig die 5 Tupfer.

2. Ebenfalls benetze ich die Kompresse mit Kodan Spray/Dibromol oder ähnliches Alkoholdesinfektionsmittel.

3. Ziehe nun sterile Handschuhe an.

4. Mit der alkoholbenetzten Kompresse wasche ich nun die Rückstände der Emlasalbe / Xylocainsalbe ab.

5. Mit den mit Braunol benetzten 6 Tupfern säubere ich die arterielle und venöse Punktionsstellen (Feindesinfektion). Aber immer nur ein Wisch mit einem Tupfer. Dann antrocknen lassen.

6. Vor der Punktion wische ich mit einer sterilen Kompresse die Punktionsfläche trocken.

Punktion

1. Vor dem Punktieren ziehe ich mir mein Mundschutz und neue sterile Handschuhe an. Ich kann mich selbst nicht punktieren, daher legt meine Frau die beiden Dialysekanülen.

2. Ich lege meinen vorher desinfizieren Shuntarm auf das sterile Tuch.

3. Meine Frau hat ebenfalls einen Mundschutz und sterile Handschuhe an.

4. Sie nimmt die Kanüle aus der Verpackung. Mit der linken Hand nimmt meine Frau den Flügel, dreht ihn so, dass der Kanülenschliff und der schwarze Punkt nach oben zeigt. Mit der rechten Hand nacht sie die Kanülenschlauchklemme zu. Jetzt löst sie etwas den Verschlussstopfen, der meistens zu fest sitzt.

5. Beim Kunststoffgefäß ist meistens keine Stauung des PTFEs notwendig. Ich staue etwas meine Lebensader.

6. Wir vereinbaren, wo die arterielle und venöse Kanüle liegen soll. ich bevorzuge die Strickleiter Methode. Da ich sehr großflächig desinfiziert habe, ist in einer Länge von 5 cm des PTFE's die Punktion möglich.

7. Meine Frau nimmt nun die Dialysekanüle in ihre rechte Hand und mit ihrer linken Hand umfasst sie mein PTFE-Gefäß, das bei mir gut zu tasten ist.

8. Routiniert und gefühlvoll sticht meine Frau die Dialysekanüle in die Haut, dann kommt ein kleiner Widerstand - wenn sie durch den Kunststoff sticht- und sie ist in meiner Lebensader. Dann erst schiebt sie die Kanüle langsam vor. Darauf achtet sie, dass sie nicht die hintere Wand des PTFEs verletzt.

9. Sie dreht die Dialysekanüle um 180 Grad, bis der rote Punt oben ist.

10. Um die Dialysekanüle zu befestigen, klebt Beate zwei, der von mir vorbereiteten kleinen Pflaster, über die Flügel der Kanüle und auf die Haut.

11. Einer der sterilen Tupfer wird auf die Einstichstelle geklebt. Weitere Pflaster halten die Dialysekanüle so, dass sie nicht während der Dialyse aus dem Gefäß rutschen kann.

12. Meine Frau nimmt nun die mit Kochsalz und Fragmin gefüllte Spritze in die Hand und setzt sie auf die Punktionskanüle. Nun aspiriert sie die Luft aus dem Schlauch der Dialysekanüle. Dann spritzt sie die halbe Menge Kochsalz/Fragmin (Initialdosis) in die Kanüle.

Die Punktion der zweite Dialysekanüle ist der gleiche Vorgang. Damit wäre der Punktionsvorgang beendet.

Zusammenfassung:

Man muss bei der Punktion einer Kunstoffprotese folgendes beachten:

1. Shuntarm waschen und die Punktionsflächen äußerst gründlich desinfizieren.

2. Punktion unter sterilen Bedingungen (Mundschutz, sterile Handschuhe, sterile Unterlage)

3. Strickleiterpunktion anwenden.

4. Punktionseinstichstellen mit einem sterilen Tupfer bedecken.

5. Mindesten 30 Minuten die Punktionsstellen nach Herausziehen der Dialysekanülen drücken.

6. Steriler Verband nach der Dialyse