Chefarzt Dr med. A. Limberger:
Facharzt für Chirurgie, Facharzt für Viszeralchirurgie,
Notfallmedizin, Medizinische Informatik
Kreiskrankenhaus Schrobenhausen
Shuntchirurgie
Högenauer Weg 5
86529 Schrobenhausen
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Mit der Anlage eines arterio-venösen Shuntes oder einer arterio-venösen Fistel ist keine statische Situation eingetreten.
Kurzstreckige Verengungen im Bereich der Venen sind häufig an Abgängen von Seitenästen der Venen erkennbar. Hier kommt es physiologisch zu einer Verstärkung der Gefäßwand und somit einer geringeren Ausbildung durch den arteriellen Blutstrom. Aber auch die Benutzung des Shuntes an sich führt zwangsläufig zu Veränderungen. Es werden beispielsweise Aussackungen des Shunts (Shuntaneurysmata) beobachtet, wenn sehr häufig im gleichen Bereich der Dialyseshunt punktiert wird.
Vielmehr versucht der Körper mit seinen regulativen Möglichkeiten so lange Veränderungen im Bereich der angeschlossenen Vene, solange dieser Gefäßkurzschluss besteht. Dabei treten typische Veränderungen der Gefäße auf. Im Bereich der Arterie kommt es zu Gefäßwandumbauten, die dazu führen, dass eine deutliche Kaliberzunahme entsteht. Die Arterie nimmt sozusagen einen venösen Charakter an.
Bei den Veränderungen im Bereich der Vene ist zu unterscheiden zwischen anastomosennahen und anastomosenfernen Veränderungen. Die anastomosennahen Veränderungen beziehen sich auf einen Bereich von ca. 1,5 bis 3 cm nach der arterio-venösen Anastomose. Wie bereits erwähnt, kommt es anastomosennah zur physiologischen Reaktion der Vene mit einer Verstärkung der Venenwand. Diese Verstärkung findet nach innen statt, die sogenannte Intima-Hyperplasie. Es zeigt sich häufig eine geringe Kaliberzunahme der Vene und es kommt im Laufe der Zeit bei Fortbestehen zu einer Wandsklerosierung. Anastomosenfern ist eine deutliche Volumenzunahme der Vene auszumachen. Hier nimmt die Vene eine arterien-ähnliche Wandstruktur mit einer Vermehrung von Muskelzellen im Bereich Arterienwand (Muscularis media) an.
Verhärtungen (Sklerosierung des Shuntes) können auch hervorgerufen werden, indem es mehrfach in diesem Bereich einblutet. Auch Fehlfunktionen sind mit einem Austritt von Blut aus dem Dialyseshunt in das umliegende Gewebe verbunden. Dadurch kann der Druck um das Gefäß so groß werden, dass dieses von außen komprimiert wird. Nicht zuletzt sind Shunt-Veränderungen aufgrund von entzündlichen, bakteriellen Infektionen zu erwähnen.