Frage von D. Schlegel:

"Bei Shunts entstehen meistens durch falscher Punktionstechnik Pseudoaneurysmen, die hässlich ausschauen? Wann sollte man dies Anarysmen beseitigen lassen? Kann man da eine pauschale Antwort machen."

Dr. med. Michael Berkhoff (lt. Shuntchirurg)
Allgemeinchirurgie St. Vincenz-Krankenhaus Mainz

Shuntaneurysmen sind einerseits Folge langjähriger Punktionen, können andererseits aber auch Ausdruck von nachgeschalteten Engen der Shuntvene sein, vor denen sich der Blutfluss chronisch staut.

Solange der Blutfluss nicht wesentlich behindert ist, besteht kein Grund zur Korrektur; der rein kosmetische Aspekt steht ganz im Hintergrund. Problematisch ist die Situation, wenn Aneurysmen in kurzer Zeit (wenigen Wochen) deutlich an Größe zunehmen, wenn die Haut darüber papierdünn wird, oder sogar kleine Geschwüre der Haut durch die große Spannung entstehen. In diesen Fällen ist eine Korrektur notwendig, im Falle der Geschwürsbildung sogar dringend. Sinnvoll ist eine Operation auch dann, wenn sich durch die „Verwirbelung“ des Blutes im Aneurysma größere Thromben bilden und infolgedessen der akute Gefäßverschluss im Aneurysma droht.

Nicht selten entstehen – wie anfangs schon erwähnt – Aneurysmen dadurch, dass sich das Blut vor einer Gefäßenge im Verlauf der Shuntvene aufstaut. In diesem Fall müssen sowohl die ursächliche Enge als auch das Aneurysma korrigiert werden.

In der Regel erfolgt bei Aneurysmaoperationen die großzügige Teilentfernung der Vorderwand des Aneurysmas mit entsprechender Längsnaht. Da bei vielen Patienten mehrere Aneurysmen im Shuntvenenverlauf bestehen, ist es sinnvoll, die Sanierung auf zwei Operationen zu verteilen, damit der Dialyserhythmus über die Punktion des zunächst nicht operierten Aneurysmas beibehalten werden kann. Nach Ausheilen der Gefäßnaht innerhalb von einigen Wochen kann dann der sanierte Abschnitt punktiert und die Operation des zweiten Aneurysmas in Angriff genommen werden.