Frage von Sonja Beisswenger:

Wie lange funktioniert eigentlich der Shunt, wenn man transplaniert ist?
Bleibt der ewig funktionstüchtig? Muss man einen neuen Shunt machen, wenn man wieder zur Dialyse muss - auch noch nach Jahren? Bei mir sieht der Shunt nämlich aus, als wenn da eine fette Schlange unter der Haut wäre. Bleibt das immer so?

Priv-Doz Dr med Thomas Petzold
Chefarzt
Schwerpunkt Gefäßchirurgie
Klinikum Saarbrücken

Ein Shunt bleibt offen, auch wenn er nicht genutzt wird. Mit Wegfall der Dialyse entfällt ja auch die mechanische Schädigung für die Shuntvene, die nun nicht mehr 3 x pro Woche mit einer großen Hohlnadel angestochen wird. Er bleibt also erst recht offen. Wenn die Shuntvene kosmetisch stört, dann kann man den Shunt in der Nähe der Nahtstelle Arterie / Vene unterbinden. Die Shuntvene ist dann nicht mehr so prall gefüllt und fällt kaum noch auf. Sie bleibt dennoch meistens ab dem ersten größeren Seitenast offen, so dass man sie unter Verlust nur weniger Zentimeter Punktionstrecke im Bedarfsfall neu anschließen kann. Das geht meistens sogar ganz gut. Der Shunt ist danach sogar rasch punktionsfähig.
Hauptziel sollte jedoch der Erhalt der Funktion der transplantierten Niere sein.